Anfang und Ende des GST-Fliegerklubs Auerbach

Die damaligen Segelfluglehrer Willi Fischer (Rodewisch), Helmut Gröschel (Auerbach) und Siegfried Jähn (Wernesgrün) organisierten mit Hilfe der Segelfluggruppe, der Feuerwehr und des Funksports für den Herbst 1954 einen ersten Segelflugtag auf dem Bendelsteingelände. Vom 23. bis 25. Oktober 1954 wurden unter starker Teilnahme der Bevölkerung Segelflugzeuge zur Besichtigung vorgestellt und von den Fluglehrern vorgeführt. Gleichzeitig haben die Modellbauer Fesselflugmodelle und freifliegende Modelle gezeigt und damit auch Kunstflug vorgeführt. Der Erfolg dieses Flugtages war so groß, dass vom 22. bis 24. Oktober 1955 ein zweiter durchgeführt wurde. Wieder wurden Segelflugzeuge von Zwickau, Hartenstein und dem damaligen Karl-Marx-Stadt nach Auerbach transportiert. Es wurde ein Großflugtag, bei dem auch die ersten Gästeflüge im doppelsitzigen Segelflugzeug „Pionyr“ angeboten wurden

Wolfgang Strobel (Bild links), der ab 1955 auch als Fluglehrer tätig war, setzte sich unermüdlich für die Erweiterung der Wismut-Fluggruppe ein. Ende der 50er Jahre wurden beide Fluggruppen in Auerbach zusammengeschlossen. Im Jahr 1956 wurde der Fliegerklub Auerbach gegründet, der unter der Leitung von Wolfgang Strobel mit der Ausbildung junger Segelflieger begann.

Obwohl der Auerbacher Segelflugsport bei weitem nicht die Unterstützung erhielt, wie sie in den wenigen DDR-Leistungszentren üblich war, konnten einzelne Auerbacher Piloten wie z.B. Gerhard Neudecker bei nationalen und internationalen Wettkämpfen oftmals achtbar mitmischen. Den wohl bisher größten Erfolg für Auerbacher Segelflieger konnte Monika Warstadt (Bild oben mitte) mit dem Europameistertitel 1981 verbuchen.

Bis 1979 wurde auf dem Flugplatz Auerbach vorwiegend Segelflugschulung betrieben, dann wurde durch zentrale Weisung der Flugbetrieb eingestellt. Ein Teil des Platzes wurde weiter von der Modellfluggruppe genutzt. Die Segelflieger waren gezwungen, ihre Segelflugschulung wieder nach Zwickau zu verlegen.

Neubeginn 1990

Der friedliche politische Umsturz in der ehemaligen DDR im Herbst 1989 machte es möglich, dass auch der Segelflug eine neue Chance bekam, sich wieder rein sportlich auszurichten. So wurde am 10.02.1990 eine Neugründung des Fliegerklubs Auerbach unter Leitung von Fluglehrer Stefan Witte und Flugsportlern aus Auerbach und Umgebung vollzogen, der am 20.04.1990 als eingetragener gemeinnütziger Sportverein registriert wurde. Der Fliegerklub Auerbach war übrigens der 2. Verein, der nach dem Zusammenschluss 1990 im Vereinsregister des Amtsgerichtes Auerbach eingetragen wurde. Am 04.05.1990 erfolgte in der Turnhalle Ellefeld mit Einladung aller früheren Segelflieger die erste ausgeschriebene Versammlung des neuen Fliegerklubs Auerbach. Die Resonanz war erfolgversprechend – viele alte Segelflieger sind dem Fliegerklub Auerbach wieder beigetreten.

Am 14. Juli 1990 sah man über Auerbach wieder vier Segelflugzeuge kreisen, die vorher im Flugzeugschlepp von Zwickau zu ihrem neuen Standort nach Auerbach gebracht wurden. Mit der Auflösung der GST wurden Flugzeuge, Technik und Zubehör durch die Treuhandanstalt verwaltet und den Vereinen vorläufig zur kostenlosen Nutzung überlassen.

Über drei Jahrzehnte FKA

Seit der Neubildung des Vereins kann der Fliegerklub Auerbach auf eine durchaus erfreuliche Entwicklung zurückblicken. Unser Verein zählt inzwischen 130 Mitglieder – davon rund zwei Drittel Aktive und ein Drittel fördernde Mitglieder.

Flugplatz und Vereinsheim wurden in unzähligen Arbeitsstunden hergerichtet und renoviert. Der Flugzeugpark umfasst gegenwärtig 7 Segelflugzeuge, 1 Motorsegler, 1 Motorflugzeug sowie 1 UL.

Besondere Aufmerksamkeit widmet der Verein der Nachwuchsgewinnung und der qualifizierten Ausbildung der jungen Pilotinnen und Piloten. Um diese kümmern sich 11 Fluglehrer, durch deren geduldige Arbeit mittlerweile mehr als 50 Mitglieder die Segelfluglizenz erwerben konnten. Den Sprung zur Motorseglerlizenz haben inzwischen über 30 Kameraden erfolgreich absolviert und zur Motorfluglizenz 10.

Eine Gruppe begeisterter Modellflieger gehört ebenso zum festen Stamm des Klubs und komplettiert das breitgefächerte Angebot luftsportlicher Betätigung.

Dass dem Flugplatz und dem Verein auch von der Bevölkerung Auerbachs und des Vogtlandkreises großes Interesse entgegengebracht wird, zeigen die zahlreichen Besucher, die insbesondere bei schönem Wetter an jedem Wochenende den Platz besuchen. Hunderten Fluggästen konnten die Auerbacher Piloten bereits die Schönheiten unserer Heimat aus der Luft erleben lassen und an Flugplatzfesten oder an Tagen der offenen Tür erlebt der Platz oft einen regelrechten Ansturm.

Modellflug am Flugplatz Auerbach

Modellflug am Flugplatz Auerbach Teil 1

….gibt es schon seit den 1960er Jahren.

Damals nur unter dem Dach der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) möglich, fanden sich eine Handvoll Modellflugbegeisterter am Flugplatz Auerbach zusammen, um ihren Traum vom Fliegen Wirklichkeit werden zu lassen.

Einige der damals schon gestandenen Männer sind schon lange zu ihrem letzten Flug gestartet, andere sitzen selbst im Cockpit, sogar als Fluglehrer und wieder andere stehen immer noch auf der Wiese und sind Modellflieger geblieben.

Selbst gebaute Modelle, anfangs ohne und später sogar mit Funkfernsteuerung wurden erprobt und mit viel Freude und Enthusiasmus ihrem Element übergeben. Die eingesetzte Technik, oft selbstgebaut, war einfach und oftmals nur wenig betriebssicher, doch das spornte den echten Modellbauer und -flieger erst recht an.

Mit der Zeit sammelte man Erfahrungen, die Modelle wurden größer und sicherer und ab etwa 1970 fanden auf dem Flugplatz Auerbach DDR-offene Wettbewerbe in verschiedenen Klassen statt. Dabei waren oft auch Modellflieger aus Auerbach unter den Besten.

Als dann das Ende für den bemannten Flugsport am FPA kam, oblag es den Modellfliegern, soweit als möglich zur Erhaltung des Standortes beizutragen.

Eine Tatsache zeichnet den Flugplatz Auerbach und die Menschen da schon immer aus und das ist die Zusammenarbeit und Kameradschaft zwischen Groß-und Modellflug. Wir Modellflieger wurden niemals nur geduldet, sondern immer als gleichberechtigte Partner anerkannt.

Ganz besonders ist das seit den Jahren nach der Wende zu spüren und heute wird dem Modellflug im Fliegerklub Auerbach immer Raum und Möglichkeiten eingeräumt.

Modellflug und personentragender Flugsport auf einem Flugplatz sind eher die Ausnahme in Deutschland und bedürfen neben klar einzuhaltenden Regeln, den Willen zum Miteinander – und den gibt es zum Glück am Flugplatz Auerbach.

Es gibt noch viel zu erzählen…..

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